In der Hoffnung geschrieben, dass irgendwer mit demselben Problem irgendwann diese Lösung ergoogelt, bevor er sich entschließt, seine Kamera wegzuwerfen...
Anwender der Digitalkamera Olympus Camedia E-10 klagen in Foren zunehmend über Akkuprobleme, Kontaktprobleme oder Probleme mit der Stromversorgung. Die Symptome äußern sich darin, dass sich die Kamera trotz voller Akkus schon nach wenigen Bildern abschaltet. Bei dem von mir verwendeten Modell war es bei angeschaltetem Monitor nicht einmal mehr möglich, zu fokussieren, ohne dass die Kamera "Akku leer" blinkte und sich verabschiedete.
Eine erste Suche nach Lösungen ergab, dass das Problem bei Olympus bekannt sei und eine Reparatur der E-10 150,- Euro kosten solle. Das entspricht so ungefähr dem aktuellen Zeitwert der Kamera.
Nach weiterer Recherche entdeckte ich Hinweise, dass es sich um Kontaktprobleme handeln könnte und eine Reinigung der Batteriekorbkontakte, Akkukontakte oder der Kontakte in der Kamera das Problem beheben solle. Wirklich zufrieden war ich mit dem Ergebnis nicht. Immer noch waren nur zwei oder drei Fotos in Folge möglich. Schließlich las ich ein Forenposting, in dem Martin Rüssmann beschreibt, wie er den Kontaktdruck durch eingelegte Gummiringe erhöht und damit seiner E-20 neues Leben eingehaucht hat. Ihm war aufgefallen, dass er mit den Lithiumbatterien, die ein bißchen länger als die normalen AA-Akkuzellen sind, keine Probleme hatte. Auch das verbesserte die Situation etwas.
Den größten Erfolg erzielte ich, als ich zwei Kupferbleche zurechtschnitt und so unter die Kontakte fädelte, dass sich der Kontaktdruck deutlich erhöhte. Man benötigt nun ein klein wenig Kraft, um den Batteriekorb ganz in die Kamera zu drücken. Das Ergebnis fand ich beeindruckend. Nach etwas über 250 Fotos in Folge, größtenteils mit Blitz und zwischendurch aktivem Display, habe ich den Versuch beendet. Die Akkus waren noch lange nicht leer. Gegen Ende des Dauertests musste ich die E-10 zwar immer mal wieder aus- und wieder anschalten, damit die Akkuanzeige von "leer" auf "voll" wechselte - die Macke hatte sie aber "schon immer". Ich hatte übrigens noch nicht einmal besonders hochkapazitive Akkus eingelegt. Die verwendeten Akkuzellen waren ungefähr vier Jahre alte 1600-mAh-Veteranen von Sanyo.
Die Bleche sind nach diesen Fotos noch leicht modifiziert worden, so dass nun beide Kontakte so rund gebogen sind, wie der linke auf dem Foto. Auch war es sinnvoll, die Kontakte nicht über den Zellenrand stehen zu lassen, um zu gewährleisten, dass jede Akkuzelle eine eigene "Andruckfeder" erhält.
Nachtrag (April 2007): meine Freude über die neugewonnene Kapazität ebbte leider in den Monaten nach dem Umbau deutlich ab. Es sieht so aus, als sei das Problem nicht behoben worden, sondern nur ein schleichender Alterungsprozess der Kamera ein Stück weit hinausgeschoben worden. Auch begannen die Kupferbleche im Alltagsgebrauch recht bald, zu korrodieren. Ich habe mich nun völlig von dem Gedanken verabschiedet, die E-10 mit NiMH-Akkus betreiben zu können und verwende nur noch Lithium-Ionen-Akkus, die statt 4,8 Volt mindestens 6 Volt liefern: http://www.martinvogel.de/forum/forum_entry.php?nr=359 -- Alles neue gibt's im Blog: Vogels Perspektive
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