Am 4. Juni fiel mir eine seltsame Insektenlarve auf, die auf einem Blatt in der Nähe der evangelischen Kirche in Dortmund-Eichlinghofen herumkrabbelte. So ein Tier hatte ich im Leben noch nicht gesehen. Gerade erfuhr ich durch einen Zufall, als welches tückische Insekt sich der Krabbler in BVB-Farbe entpuppen wird. Es sieht so aus, als habe die Vorhut der Invasion der Asiatischen Marienkäfer (Harmonia axyridis) nun auch Dortmund erreicht.
Wer in den nächsten Jahren noch "normale" Siebenpunktmarienkäfer in der Natur sieht, sollte sich den Anblick gut einprägen, er könnte selten werden. "Anders als der einheimische Siebenpunkt-Marienkäfer frisst H. axyridis nicht nur Blattläuse, sondern auch blattlausfressende Gallmücken-Larven, Larven konkurrierender Marienkäferarten und viele andere Insekten. Feinde hat er ebenso wenig wie andere Marienkäfer, da er ziemlich ungenießbar ist." (Innovations-Report.de)
Der Käfer wurde bis vor einigen Jahren von Firmen in Belgien und den Niederlanden zur "Schädlingsbekäpfung" vertrieben und durfte in Deutschland eigentlich nur unter "strengen Auflagen" eingesetzt werden. Im Falle der Freisetzung drohen Geldstrafen im vierstelligen Bereich. Angesichts solcher naiv wirkenden Gesetze (Wie soll das überprüft werden? Tragen die Larven etwa Nummernschilder?) wundert es nicht, dass sich die Käfer inzwischen über ganz Deutschland ausbreiten. "Das Aussehen des Asiatischen Marienkäfers ist recht variabel. Typischerweise ist er sechs bis acht Millimeter lang und fünf bis sieben Millimeter breit und damit ein wenig größer als der einheimische Siebenpunkt-Marienkäfer. Das erste freilebende Exemplar des Asiatischen Marienkäfers in Europa wurde 2001 in Belgien gefunden." (Main-Rheiner.de) "Sie verdrängen die einheimische Marienkäferfauna und bilden zum Teil große Schwärme, die zum Überwintern in Gebäude eindringen und dort sehr lästig werden können." (Insektenbox.de)
Weitere Fotos des Eindringlings: http://www.entomologie.de/fotos/harmonia.htm
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